Der innere Raum: Freiheit und Willkür

Als Kinder leben wir in völliger Willkür.
Erforschen von Tag zu Tag die Welt in der wir leben – ganz nach dem Motto von Pippi Langstrumpf:
„ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“
Wir sind echt, authentisch, herzlich und ehrlich – all das, was wir uns als Erwachsene oft so sehr wünschen…Ein Leben das leicht ist.
Nun können wir uns als Erwachsene aber nicht wie kleine Kinder vollständig unseren Bedürfnissen und Impulsen hingeben.
Das Problem ist, dass wir es mit dem „sich richtig verhalten“ als Erwachsene eher übertreiben.
Wir bringen uns selbst in Strukturen, Verbindlichkeiten und Erwartungen, die uns nach und nach den Freiraum nehmen. 

Aus meiner eigenen, und meiner Erfahrung mit meinen Klienten kann ich sagen, dass es sehr befreiend sein kann, der Willkür bewusst Raum zu geben.
Ist es doch dieser Raum, der uns kreativ werden lässt. Der uns zu unserer eigenen Essenz bringt.
Willkür als „geplante Zeit“ fest in Deinen Lebensalltag einzubauen, erleichtert Dein gesamtes Leben. Bringt Dich dauerhaft in das Gefühl von Freiheit.
Sie lässt unsere Impulse und innere Bewegtheit zum Vorschein treten. Inspiriert und echt.
Meiner Meinung nach geht es weniger um gezielte Willkür als „Verrücktheit alles zu machen, was man will“, sondern mehr darum ein Gegengewicht zu einer strukturierten, aus Anforderungen  bestehenden Phase zu schaffen.
Denn wir benötigen eben beides, um in unser inneres Gleichgewicht zu gelangen UND dauerhaft hierin bleiben zu können.
Nur wenn wir beides leben – Freiheit und Willkür – können wir unser Leben selbstbestimmt und frei gestalten.
Entscheidend ist, dass wir nur durch diese Wechselwirkung von Phasen der Willkür und Phasen der Struktur in diesen Raum kommen können. Den Raum, in welchem wir Kontakt zu unserem inneren Wesen erhalten. Sicher und stabil von innen heraus. Hier können wir unser inneres Wissen freilegen und Impulse empfangen, welchen wir ohne Zweifel folgen können.
Jeder dieser Impulse bringt uns in die Aktivität. Eine Aktivität die unser Wesentliches zum Vorschein bringt.
Er kommt immer aus einem vorherigen Abgleich mit unserem bisher Erlebten.
Denn unser Gehirn ist nur in der Lage Dinge zu verarbeiten, die es mit solchen die wir bereits erlebt haben abgleichen kann.
Wir brauchen also immer eine Art „Anhaltspunkt“ von dem aus wir eine eigene Handlung starten können.
Da wir in unserem erwachsen werden gelernt haben viele Erfahrungen zu meiden, weil sie unangenehm sein könnten, gehen wir unseren Weg also wie „mit angezogener Handbremse“.
Wenn wir uns Kinder anschauen können wir beobachten, dass sie mutig die Welt erforschen ohne vorher lange alle Für und Wider abwägen.
Natürlich sollten wir als Erwachsene nicht (wie ein Kind) jedem Impuls freien Lauf lassen.
Aber wir dürfen (wieder) lernen, die Welt als diesen magischen Ort zu betrachten, den wir selbst durch unser Handeln gestalten können.
Durch das System in dem wir leben sind wir zusätzlich gewissen „fremden Erfahrungen“ angegliedert. Also die Dinge, die wir durch unsere Erziehung aus vielen Generationen vor uns mit bekommen.
Nun zeigt sich, dass sich jene Dinge die sich tief in uns verankern und unseren Lebensweg maßgeblich prägen nicht aus diesen „geerbten“ Erfahrungen entwickeln.
Es sind vielmehr die eigenen Erfahrungen, die uns in die Lage versetzen eigene Urteile über die Dinge des Lebens zu fällen.
Das bedeutet, dass unser Lernen eng verbunden mit unserem Fühlen ist.
So können wir zwar viel über den Verstand aufnehmen und uns erarbeiten, das was uns in unserer Persönlichkeit und unseren individuellen Lebensweg weiter bringt sind jedoch solche Dinge, die uns in unserem Erleben auf der Gefühlsebene berühren.
Oft geschieht dies aus dem Moment heraus.
Angeregt durch eine Sinneserfahrung auf der Gefühlsebene.
Da wir gelernt haben, alles was uns widerfährt mit dem Verstand auf seine „Richtigkeit“ hin zu prüfen, stellen uns solche gefühlsmäßigen Erfahrungen meist vor große Herausforderungen.
Sie sind stark und nehmen viel Raum ein. Sie lassen uns nicht los, sodass wir nicht umhin kommen sie in unseren Lebensweg zu integrieren.
Dieses Gefühl von „Das lässt mich nicht los“ ist also ein sicheres Zeichen dafür, dass Du durch eine neue Erfahrung in Deinem aus der Erziehung heraus aufgebauten „Kokon“ durchgerüttelt und dazu angeregt
wirst, die Dinge die Du bisher geglaubt hast zu hinterfragen.
Dies können sehr starke Gefühle sein, die uns eine gewisse Zeit begleiten bis wir sie in unseren Lebensweg integriert haben.
In dieser Zeit gleichen wir ab – Neues mit Bekanntem – wir wägen ab, ob und wieviel wir von dieser neuen Erfahrung integrieren wollen.
Oft verspüren wir diesen Prozess als unangenehm und störend.
Wir kennen alle den Impuls, darüber hinweg gehen zu wollen und unser „sicheres“ System zu erhalten.
Hier kennen wir uns schließlich aus.

Und dennoch ist sie da…

Diese Neugierde, auf all das Neue und Unbekannte, was wir integrieren können.
Dieser Tanz ist unbequem. Wir fühlen uns oft hin und hergerissen. Suchen nach einer schnellen Lösung – nur um aus diesem unangenehmen Gefühl schnell heraus zu kommen.
Paradox daran ist jedoch, uns geht es wieder gut, wenn wir es zulassen.
Wenn wir gefühlt haben, was sich in uns bewegt.
Wenn wir uns lösen von den bekannten Strukturen und öffnen für Erweiterung.
Mit einer Neugierde auf die Dinge, die möglich sind zugehen- offen und entspannt.
Ganz oft handeln wir nach gelernten Mustern.
Diese sagen uns genau, wie man auf Impulse reagieren soll.
Sie dienen dazu, dass wir sicher in unserer Erziehung bleiben.
Oft ist hier der nächste Schritt, in dieses Gefühl rein zu gehen, welches diese Neuerung in uns auslöst.
Ein Schritt hin zu uns selbst.

Was ist das für eine Idee, ein Anstoß, ein Impuls?
Welche Gefühle löst dies in mir aus?
Wohin lässt mich dieses Gefühl schauen?
Was darf ich durch dieses Gefühl bemerken?

Unsere Gefühle sind das direkte Eingangstor zu uns selbst.
Sie zeigen uns unseren Lebensweg.
Oft haben wir jedoch in unserer Erziehung „gelernt“ unsere Gefühle zwar wahrzunehmen, aber ihnen auf keinen Fall blindlings zu folgen.
Ich möchte Dich also einladen mutig auf diese Entdeckungsreise zu gehen. Dem Weg zu folgen, den Dir Deine Impulse bereits zeigen…
Dieser Weg ist bestimmt nicht immer der Leichtere, jedoch macht er Dich mit Sicherheit freier und gesünder in Deinen Entscheidungen und Handlungen.

Veröffentlicht von Anna Lena Schlottmann Mentoring

Ich arbeite nicht an Symptomen.
 Eine individuelle Sichtweise auf Dich und Dein Anliegen sind mir wichtig.
 Mein Ausgangspunkt hierbei ist immer eine ganzheitliche Sichtweise
auf all Deine Seiten und Facetten.
 Denn wir wachsen und entwickeln uns durch Erziehung und Erfahrungen.
 All dies geschieht jedoch nur in Beziehung.
Deshalb liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit in der Betrachtung und Gestaltung 
dieser Beziehungen. 
 Zu uns selbst. 
 Zu anderen Menschen. 
 Zu allem, was uns umgibt.
 Nur wenn wir in dieser Ganzheit leben und erfahren, können wir auch in unsere
eigene Ganzheit kommen.

 Wenn Du Deinen Lebensalltag aus Dir heraus und mit Dir stimmig gestalten möchtest, bist Du bei mir richtig.


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